Archiv der Kategorie: Rhetorik

Tipps und Tricks aus der Welt der Rhetorik

Sprachlich schachmatt gesetzt – die Blockade im Kopf verstehen und mit ihr umgehen lernen

 

Wenn ich in meinen Rhetorik- oder Schlagfertigkeitsseminaren frage, wem es schon mal so ergangen ist, dass ihm die passende Antwort auf eine verbale Attacke oder Lästerei nicht in der entsprechenden Situation, allerdings kurze Zeit später, im Fahrstuhl, Auto oder zu Hause in der Badewanne eingefallen ist, melden sich immer hundert Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Natürlich recke auch ich meinem Arm in die Luft, denn auch mir bleibt angesichts einer unerwarteten Unverschämtheit schon mal die Spucke weg.

Wie kommt es, dass wir alle irgendwann von dieser Blockade im Kopf betroffen sind? Und dass wir alle so „schlau“ sind, eine passende Antwort etwas später parat zu haben?

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Mit der wörterlosen Sprache zu mehr Souveränität

 

Unser Körper spricht eine sehr starke Sprache, denn körpersprachlich haben wir uns schon verständigt, bevor wir Menschen verbal sprechen konnten. Die Körpersprache ist also unser primäres System, ein deutliches, nicht einfach lenkbares und daher oft sehr ehrliches System, das die Kommunikation zwischen Menschen steuert und beeinflusst.

„Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare“ hat der Dichter Christian Morgenstern trefflich formuliert und damit darauf hingewiesen, dass sich unsere aktuelle emotionale Verfassung in unserer Haltung, Bewegung, Gestik und Mimik ausdrückt. Trauer, Freude, Ängste, Unsicherheiten, Zu- und Abneigung kann man uns ansehen und das ist nicht in jeder Situation hilfreich. Aber es gibt Hoffnung: Verschiedene Untersuchungen belegen, dass die Körperhaltung, die wir einnehmen, Einfluss auf unsere innere Stimmung, die Art und Weise wie wir sprechen, was wir sagen und auch auf unser Selbstbewusstsein haben. Etablieren Sie also eine offene und souveräne Körpersprache und wirken Sie so sympathisch und selbstbewusst.

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Schlagfertig reagieren – die vermeintliche Schwäche zur Stärke machen

 

Oft werden wir in unserem Arbeitsleben mit pauschalen Aussagen zu unserem Beruf, Alter, Geschlecht, der Herkunft oder auch unserer Position konfrontiert. Auch Klischees werden gerne bemüht, um unsere Aussagen zu entkräften. Reagieren Sie nicht beleidigt (das wirkt kindisch), rechtfertigen Sie sich auch nicht (dann sind Sie in der schwachen Verteidigerposition) sondern wandeln Sie die Ihnen unterstellte „Schwäche“ schlagfertig und souverän mit der „Gerade weil-Technik“ zu einer Stärke um. Überlegen Sie sich dazu genau, welche besondere Qualität sie im angesprochenen Thema (Alter, Berufserfahrung, Art des Berufes, Geschlecht etc.) auszeichnet und warum Sie gerade mit dieser punkten können.

Zwei Beispiele:

„Als Jurist sind Sie sehr detailversessen, das ist bei diesem Thema überflüssig.“

Kontern Sie diese Killerphrase mit einer passenden, schlagfertigen Antwort:

Gerade weil ich Jurist bin, habe ich einen geschulten Blick für die logische Struktur dieses Projektplans und ich denke das ist hier hilfreich, denn……“

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Unangenehmes mitteilen – Packen Sie den Stier bei den Hörnern

 

Überbringer schlechter Nachrichten sind unbeliebt – denken viele. Zudem sind Menschen harmoniebedürftig – auch wenn wir manchmal den Eindruck haben, dass das nicht für jeden gilt. Müssen wir jemandem etwas Unangenehmes mitteilen, scheuen wir die vermeintlich negative und vielleicht sogar emotionale Reaktion unseres Gesprächspartners und schieben das anzusprechende Thema auf die lange Bank (Konsequenz –> eigenes Magengeschwür) oder aber wir „wappnen“ und schützen uns innerlich vor der Reaktion des anderen, indem wir besonders forsch auftreten (Konsequenz –> der andere fühlt sich angegriffen und reagiert mit Widerstand).

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Unfaire Angriffe souverän kontern – Nutzen Sie verbales AIKIDO

 

Wer kennt das nicht? Änderungen, Umstrukturierungen, Change steht an, neue Konzepte werden entwickelt und diskutiert. Die Wellen schlagen hoch, viele wollen sich mit ihren Ideen durchsetzen und hauen schon mal verbal heftig zu. Wie gehen wir mit solchen Angriffen am besten um, wie bleiben wir in unserer Wirkung souverän und kompetent und behalten so die Sympathien auf unserer Seite?

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Vielredner wohlwollend unterbrechen – freundlich das Wort ergreifen

 

Kennen Sie das? In einer Projektbesprechung oder auch gerne am Telefon redet jemand und redet und redet und findet einfach nicht den Punkt. Wie unterbrechen wir einen solchen Vielredner, ohne dass er verärgert ist und wir womöglich seinen Widerstand (=Konflikt) heraufzubeschwören?

Nutzen Sie die Unterbrechungstechnik

  1. NAME – Sprechen Sie die den Vielredner mit seinem Namen an und sichern Sie sich so dessen Aufmerksamkeit
  2. „weil“ – Nutzen Sie dieses Wort als kognitiven Einstieg
  3. Bezug zum Gesagten – Greifen Sie ein soeben angesprochenes Thema des Vielredners auf . So zeigen Sie, dass Sie zugehört haben und wertschätzen den Redner.
  4. Führen Sie das Gespräch selbst weiter und lenken Sie auf das Thema, das Ihnen wichtig ist.

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Hände – nützliche und gefährliche Requisite

 

Nach den Erkenntnissen der Kommunikationsforschung wirken wir als Redner nicht nur durch das, was wir sagen sondern vor allem auch durch unsere Stimme und Körpersprache. Richten wir einmal den Fokus auf unserer Hände, denn Gestik macht eine Rede lebendig und wirkt sympathisch solange sie ruhig bleibt und nicht hektisch wirkt.

Nutzen Sie Ihre Hände also beim Reden, aber beachten Sie die Regel:
H-H-H = Hände zwischen Hals und Hüfte
In diesem Bereich sind Sie gut aufgehoben und können wenig Unheil anrichten.

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Eine gelungene Eröffnung schlägt die Brücke zum Publikum

 

Zu Beginn einer Rede ist das Publikum gespannt und fragt sich: Wer spricht hier? Wie wird das Thema angegangen? Wird der Vortrag interessant werden? Lohnt sich das Zuhören? Nutzen Sie als Redner diese Chance großer Aufmerksamkeit und sichern Sie sich gleich zu Beginn das Interesse Ihres Publikums. Dies gelingt durch klare Körpersprache und Blickkontakt und einen erstklassigen Opener.

Bevor Sie also loslegen, nutzen Sie die Regel
SBR: Stehen – Blickkontakt – Reden
Nehmen Sie einen festen Stand ein, sehen Sie (nicht starren!) einige Sekunden die einzelnen Zuhörer an, reden Sie erst dann und keine Sekunde früher!

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